Versicherungen für Studenten: Welche Absicherungen wirklich wichtig sind
Versicherungen gehören wahrscheinlich nicht zu den Dingen, mit denen sich junge Menschen gerne beschäftigen.
Verständlich.
Wenn das Studium beginnt, stehen andere Themen im Vordergrund:
- Wohnung finden
- Vorlesungen organisieren
- neue Freunde kennenlernen
- Nebenjob starten
Versicherungen wirken dagegen oft langweilig.
Das Problem:
Die meisten beschäftigen sich erst damit, wenn bereits etwas passiert ist.
Und dann wird es oft teuer.
Bei meinen Finanzseminaren höre ich regelmäßig die Frage:
"Welche Versicherungen brauche ich als Student überhaupt?"
Die Antwort lautet:
Weniger als viele denken. Aber einige solltest du auf keinen Fall ignorieren.
Die wichtigste Versicherung für Studenten
Wenn ich nur eine einzige Versicherung empfehlen dürfte, wäre das die private Haftpflichtversicherung.
Warum?
Weil ein kleiner Fehler schnell große finanzielle Folgen haben kann.
Beispiele aus dem Alltag:
- Du beschädigst versehentlich das Notebook eines Kommilitonen.
- Du verursachst einen Wasserschaden in deiner Mietwohnung.
- Du stößt mit dem Fahrrad gegen ein geparktes Auto.
- Jemand wird durch dein Verhalten verletzt.
In solchen Fällen haftest du mit deinem gesamten Vermögen.
Eine Haftpflichtversicherung kostet oft nur wenige Euro im Monat und kann Schäden in Millionenhöhe absichern.
Mein Tipp
Prüfe zuerst, ob du noch über deine Eltern mitversichert bist.
Viele Studenten sind während der ersten Ausbildung oder des ersten Studiums weiterhin über die Familienhaftpflicht abgesichert.
Ein kurzer Blick in die Versicherungsbedingungen kann bares Geld sparen.
Krankenversicherung: Ohne geht es nicht
In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht.
Für viele Studenten ist das zunächst unkompliziert.
Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann bis zum 25. Lebensjahr häufig über die Familienversicherung der Eltern abgesichert bleiben.
Später wird meist die studentische Krankenversicherung relevant.
Viele Studenten kümmern sich erst kurz vor der Immatrikulation darum.
Dabei gehört die Krankenversicherung zu den ersten Themen, die geklärt werden sollten.
Denn ohne entsprechenden Nachweis ist eine Einschreibung an der Hochschule oft gar nicht möglich.
Berufsunfähigkeit: Gerade für junge Menschen interessant
Viele denken:
"Ich bin jung. Mir passiert nichts."
Leider stimmt das nicht immer.
Berufsunfähigkeit entsteht häufig nicht durch schwere Unfälle.
Viel häufiger sind:
- psychische Erkrankungen
- Rückenprobleme
- chronische Krankheiten
- Krebs
Besonders junge Menschen profitieren oft von günstigen Beiträgen und einer unkomplizierteren Gesundheitsprüfung.
Je später man sich mit dem Thema beschäftigt, desto schwieriger oder teurer kann eine Absicherung werden.
Mein Tipp
Wer bereits als Schüler oder Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sichert sich oft langfristig deutlich günstigere Beiträge als viele Jahre später.
Brauche ich eine Hausratversicherung?
Hier lautet die ehrliche Antwort:
Kommt darauf an.
Wenn du in einem Studentenwohnheim wohnst und nur wenige persönliche Wertgegenstände besitzt, ist eine Hausratversicherung häufig nicht zwingend notwendig.
Anders sieht es aus, wenn du beispielsweise besitzt:
- hochwertiges Notebook
- teure Kamera
- E-Bike
- wertvolle Möbel
- größere technische Ausstattung
Dann kann eine Hausratversicherung sinnvoll sein.
Mein Tipp
Prüfe zuerst, ob dein Zimmer eventuell noch über die Hausratversicherung deiner Eltern mitversichert ist.
Viele Studenten wissen gar nicht, dass dies teilweise möglich ist.
Auslandskrankenversicherung: Oft vergessen
Planst du ein Auslandssemester?
Dann solltest du dieses Thema unbedingt beachten.
Die gesetzliche Krankenversicherung bietet außerhalb Deutschlands oft nur eingeschränkten Schutz.
Gerade außerhalb Europas können hohe Behandlungskosten entstehen.
Eine Auslandskrankenversicherung kostet häufig weniger als ein Restaurantbesuch und kann im Ernstfall mehrere tausend Euro sparen.
Welche Versicherungen brauchen die meisten Studenten nicht?
Hier wird oft unnötig Geld ausgegeben.
Viele Studenten werden mit Versicherungen konfrontiert, die für ihre aktuelle Lebensphase kaum relevant sind.
Dazu gehören häufig:
- Handyversicherungen
- Reisegepäckversicherungen
- spezielle Elektronikversicherungen
- überteuerte Kombipakete
Nicht jede Versicherung ist automatisch sinnvoll.
Entscheidend ist immer die Frage:
Kann mich dieses Risiko finanziell ernsthaft gefährden?
Wenn die Antwort nein lautet, kann man auf manche Absicherungen oft verzichten.
Mein Tipp
Versichere nicht jeden Gegenstand.
Versichere die Risiken, die deine finanzielle Existenz gefährden könnten.
Genau dort liegt der eigentliche Sinn von Versicherungen.
Die häufigsten Fehler von Studenten
In meinen Gesprächen sehe ich immer wieder dieselben Fehler:
- Keine Haftpflichtversicherung vorhanden
- Krankenversicherung nicht geprüft
- Blindes Abschließen von Online-Angeboten
- Versicherungen abgeschlossen, ohne sie zu verstehen
- Berufsunfähigkeit komplett ignoriert
Dabei lassen sich viele dieser Fehler mit wenig Aufwand vermeiden.
Mein Fazit
Als Student brauchst du keine zehn verschiedenen Versicherungen.
Wichtiger ist, die wenigen wirklich relevanten Risiken richtig abzusichern.
Für die meisten Studenten gehören dazu:
- Krankenversicherung
- Haftpflichtversicherung
- gegebenenfalls Berufsunfähigkeitsversicherung
- gegebenenfalls Auslandskrankenversicherung
Alles Weitere hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Kostenfreie Orientierung für Studenten und Eltern
Du bist unsicher, welche Versicherungen du wirklich brauchst?
Oder möchtest prüfen, ob du noch über deine Eltern mitversichert bist?
Dann vereinbare gerne ein unverbindliches Gespräch.
Gemeinsam schauen wir uns an, welche Absicherungen für deine aktuelle Lebenssituation sinnvoll sind und wo du möglicherweise Geld sparen kannst.
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