Studium finanzieren: Diese Möglichkeiten haben Studenten wirklich

Veröffentlicht am 8. Juni 2026 um 11:56

Studium finanzieren: Diese Möglichkeiten haben Studenten wirklich

Für viele junge Menschen beginnt mit dem Studium ein völlig neuer Lebensabschnitt.

Neue Stadt.
Neue Wohnung.
Neue Freunde.
Mehr Freiheit.

Aber auch mehr Verantwortung.

Denn plötzlich taucht eine Frage auf, die sich viele vorher kaum gestellt haben:

Wie finanziere ich eigentlich mein Studium?

Gerade bei meinen Schulseminaren im Landkreis Oder-Spree erlebe ich immer wieder, dass viele Schülerinnen und Schüler zwar wissen, was sie später studieren möchten, aber kaum jemand weiß, welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen.

Dabei kann ein Studium schnell mehrere hundert Euro pro Monat kosten.

Die gute Nachricht:

Niemand muss auf seinen Studienplatz verzichten, nur weil das Geld knapp ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren.

Was kostet ein Studium überhaupt?

Viele glauben, dass Studieren in Deutschland kostenlos ist.

Das stimmt nur teilweise.

Zwar fallen an staatlichen Hochschulen meist keine Studiengebühren an, dennoch entstehen zahlreiche Kosten:

  • Semesterbeiträge
  • Miete
  • Lebensmittel
  • Krankenversicherung
  • Lernmaterialien
  • Internet und Handy
  • Freizeit
  • Mobilität

Je nach Studienort können schnell mehrere hundert bis über 1.000 Euro pro Monat zusammenkommen.

Vor allem die Miete macht in vielen Städten den größten Kostenblock aus.

Finanzierung durch die Eltern

Für viele Studierende bleibt die Unterstützung durch die Eltern die wichtigste Finanzierungsquelle.

Das kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

  • Monatliche Unterstützung
  • Übernahme der Miete
  • Zahlung einzelner Kosten
  • Weitergabe des Kindergeldes

Mein Tipp:

Sprecht offen über Geld.

Viele Konflikte entstehen nicht durch fehlendes Geld, sondern durch fehlende Absprachen.

Klare Vereinbarungen schaffen Sicherheit auf beiden Seiten.

BAföG: Staatliche Unterstützung für Studenten

Wenn die finanzielle Unterstützung durch die Eltern nicht ausreicht, kann BAföG eine wichtige Hilfe sein.

Die Höhe hängt unter anderem ab von:

  • Einkommen der Eltern
  • Wohnsituation
  • eigenem Vermögen
  • Nebeneinkünften

Der große Vorteil:

Ein Teil der Förderung muss später gar nicht zurückgezahlt werden.

Der andere Teil wird als zinsloses Darlehen gewährt.

Deshalb sollte jeder Studieninteressierte prüfen, ob ein Anspruch besteht.

Viele verzichten auf BAföG, obwohl sie möglicherweise förderberechtigt wären.

Stipendien: Nicht nur für Einser-Schüler

Beim Thema Stipendium denken viele sofort an Hochbegabte mit einem Notendurchschnitt von 1,0.

Das entspricht nicht der Realität.

Viele Stiftungen achten zusätzlich auf:

  • soziales Engagement
  • Vereinsarbeit
  • Ehrenamt
  • besondere Lebenswege
  • persönliche Motivation

Gerade junge Menschen, die sich im Sportverein, in sozialen Projekten oder in ihrer Region engagieren, haben oft bessere Chancen als sie glauben.

Mein Tipp:

Bewirb dich.

Die meisten Stipendien scheitern nicht an den Voraussetzungen, sondern daran, dass sich viele Menschen gar nicht erst bewerben.

Nebenjob während des Studiums

Viele Studierende finanzieren sich zumindest teilweise durch einen Nebenjob.

Beliebte Möglichkeiten sind:

  • Gastronomie
  • Einzelhandel
  • Werkstudententätigkeiten
  • Nachhilfe
  • studentische Hilfskraft an der Hochschule

Ein Nebenjob bietet nicht nur zusätzliches Einkommen.

Oft entstehen dadurch erste berufliche Kontakte, die später bei Praktika oder dem Berufseinstieg hilfreich sein können.

Wichtig ist jedoch, dass das Studium weiterhin Priorität behält.

Studienkredit: Nur wenn andere Möglichkeiten nicht reichen

Ein Studienkredit kann helfen, finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Allerdings sollte er nie die erste Lösung sein.

Denn anders als BAföG muss ein Kredit vollständig zurückgezahlt werden.

Zusätzlich fallen Zinsen an.

Deshalb empfehle ich:

Prüfe zuerst

  • BAföG
  • Stipendien
  • Nebenjobs
  • familiäre Unterstützung

und nutze einen Kredit nur dann, wenn andere Wege nicht ausreichen.

Steuererklärung: Geld zurückholen

Viele Studenten verschenken Geld.

Denn auch während des Studiums können bestimmte Kosten steuerlich relevant sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Fachliteratur
  • Laptop
  • Drucker
  • Lernmaterialien
  • Semesterbeiträge

Wer neben dem Studium arbeitet, sollte prüfen, ob sich eine Steuererklärung lohnt.

Oft lässt sich ein Teil der gezahlten Steuern zurückholen.

Wohngeld für Studenten

In bestimmten Situationen können Studierende auch Anspruch auf Wohngeld haben.

Das betrifft vor allem Personen, die keinen Anspruch auf BAföG besitzen oder besondere Voraussetzungen erfüllen.

Da die Regelungen komplex sind, lohnt sich eine individuelle Prüfung.

Mein Tipp: Früh einen Finanzplan erstellen

Viele Studenten beschäftigen sich erst mit Geld, wenn das Konto leer ist.

Besser ist es, bereits vor Studienbeginn einen einfachen Finanzplan zu erstellen.

Dazu gehören:

  • monatliche Einnahmen
  • feste Ausgaben
  • Rücklagen
  • Sparziele

Wer seine Finanzen von Anfang an im Blick hat, vermeidet unnötigen Stress und kann sich stärker auf das Studium konzentrieren.

Finanzbildung beginnt nicht erst nach dem Studium

Einer der größten Irrtümer lautet:

"Um Finanzen kümmere ich mich später."

Dabei werden viele wichtige Entscheidungen bereits während der Schulzeit und im Studium getroffen.

Wer früh lernt, mit Geld umzugehen, Rücklagen aufzubauen und finanzielle Entscheidungen bewusst zu treffen, startet oft deutlich entspannter ins Berufsleben.

Genau deshalb engagiere ich mich seit Jahren für Finanzbildung an Schulen und für junge Menschen.

Mein Fazit

Ein Studium kostet Geld.

Das bedeutet aber nicht, dass ein Studium nur für Menschen aus wohlhabenden Familien möglich ist.

BAföG, Stipendien, Nebenjobs und weitere Unterstützungen bieten zahlreiche Möglichkeiten, die Finanzierung auf mehrere Schultern zu verteilen.

Wichtig ist vor allem, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und die vorhandenen Möglichkeiten zu kennen.

Denn finanzielle Sorgen sollten niemals der Grund sein, einen Bildungsweg aufzugeben.

Kostenfreie Orientierung für Schüler, Eltern und Studenten

Du möchtest wissen, welche Finanzierungsmöglichkeiten für dein Studium oder das Studium deines Kindes infrage kommen?

Dann vereinbare gerne ein unverbindliches Gespräch.

Gemeinsam schauen wir uns die Möglichkeiten an und schaffen einen Überblick über die wichtigsten finanziellen Themen rund um Schule, Ausbildung und Studium.

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